Terrakottenhaus

Terrakottenhaus
Terrakottenhaus, Foto: Johann-Friedrich-Danneil-Museum

Das Terrakottenhaus in der Nähe des Rathausturms zählt zu den schönsten Patrizierhäusern in Salzwedel. Die Fassade des Fachwerkgebäudes ist eindrucksvoll mit 15 Reliefplatten aus gebranntem Ton verziert. Diese stellen elegant gekleidete Damen und Herren der Renaissance dar.

Das Gebäude wurde 1722 erbaut, wie es auf der Sandsteintafel oberhalb der Tür zu lesen ist. Ebenfalls auf der Tafel ausgewiesen ist das Bauherrenpaar. Das Haus gehörte seit dem 16. Jahrhundert einer Kaufmannsfamilie und ist wahrscheinlich auf den Überresten eines Backsteingebäudes erbaut worden. Von diesem Vorgängerbau stammen vermutlich die Terakottenplatten. Im Jahr 1791 renovierte der damalige Besitzer Friedrich Wilhelm Wedde das Haus und nutze es als Gastwirtschaft, zuletzt als Gaststätte „Stadt Magdeburg“.

Terrakotten sind bereits seit der Antike bekannt. Sie hatten in der Renaissance durch italienische Künstler ihre Hochzeit und sind auch in Norddeutschland, insbesondere in Lübeck, Lüneburg, Stralsund und Rostock, zu finden. Die Salzwedeler Terrakotten wurden im 16. Jahrhundert in der Werkstatt des Statius von Düren aus Lübeck hergestellt. Es sind die einzigen derartigen Kunstwerke in der Altmark.

Breite Straße 1, Wohn- und Geschäftshaus, Terrakottenhaus, Baudenkmal, geschichtlich, kulturell-künstlerisch, städtebaulich; 1722, 1791, 1991 Umbau

in unmittelbarer Nachbarschaft des einstigen Neustädter Rathauses 1722 i vom Kaufmann und Brauer Hein Daniel Meyer errichteter dreistöckiger Fachwerkbau von 8 Achsen Länge mit zentraler Portal – Bauinschriftentafel – Aufzugszwerchhausachse und Satteldachabschluss; der Unterstock mit südlicher Torfahrtachse und Ladengeschäftseinbau mit Schaufenstern; in die Schaufassade des Barockbaus, d.h. in die Brüstungsfelder des 1. und 2. Oberstocks für die Stadt einmalige Terrakottareliefs mit Porträtdarstellungen männlicher und weiblicher Personen eingesetzt, diese wohl von einem Vorgängerbau stammend, gefertigt im 3. Viertel des 16. Jahrhundert, die 15 Porträtmedaillons in der Art der Lübecker Terrakotten aus der Werkstatt des Statius van Düren vom Ziegelmeister Hans Fhase modelliert; Sandstein-Inschrifttafel: “ PS.16.V.5; Der Herr aber ist mein Gut und mein Heil, du erhältest mein erbtheil. Hein Daniel Meyer. Sibilla Margaretha Brewitzen. ANNO 17ZZ. F.W.W. Rep. 1791″;als Ausdruck der Salzwedeler Handelsbeziehungen innerhalb der Hanse ein besonderes stadt- und kunstgeschichtliches Dokument; der Bau im 19. Jahrhundert als Gasthaus“Hotel Stadt Hamburg“ genutzt; 1991 saniert bei weitgehender Erneuerung der baulichen Strukturen hinter der Fachwerkfassade

  • Josef Beranek, Salzwedel – Ein Wegweiser durch die 750 jährige Stadt (1966)
  • Arno Sommerfeld, Hansestadt Salzwedel – Ein Rundgang durch die Geschichte der Stadt (2000)
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Statius_von_D%C3%BCren
  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt, 20.12.2007