Neuperver Tor

Neupervertor
Neupervertor, Foto: Johann-Friedrich-Danneil-Museum

Der aus Backstein errichtete Neuperver Torturm ist ein repräsentatives Beispiel für die größtenteils nicht mehr vorhandenen Stadttore Salzwedels und zeigt das Stilempfinden des 15. Jahrhunderts. Von den ursprünglich zehn Toren um Alt- und Neustadt ist es das ältere der beiden noch erhaltenen Stadttore.

Die einstige Toranlage bestand aus Haupttor, Zugbrücke, einem 65 Meter langen Zwingergang und Vortor. Sie wurde zwischen 1460 und 1470 als Zugang vom Vorort Perver zur Neustadt Salzwedel errichtet. Richtiger wäre daher eigentlich die Bezeichnung Neustädtisches Perver Tor. Die äußere Toranlage bestand bis 1812, die Zugbrücke wurde bereits 1653 abgebrochen.

Der quadratische Torturm aus Backsteinen trägt ein Satteldach, geschmückt von spitzbogigen Blendenpaaren zur Stadtseite hin. Auf der auswärtigen Feldseite fehlen Schmuckelemente, stattdessen gibt es eine schlichte Blendwand und Wappen. Links das altstädtische mit Adler und einem Schlüssel, rechts das neustädtische mit Adler und zwei Schlüsseln in den Fängen.

Teil der Stadtbefestigung, Neuperver Tor, Baudenkmal, geschichtlich, kulturell-künstlerisch, städtebaulich

Ca. 1460 erbaut, 1653 die Zugbrücke entfernt, 1812 Abbruch des Vortors; erhalten der innere Torturm, ein Backsteinbau über quadratischem Grundriss mit rundbogiger Durchfahrt; 1982-84 Restaurierung; die Stadtseite des Turmes im OG mit eindrucksvollem, durch spitzbogige Blenden gegliedertem Treppengiebel, dieser an der Feldseite verändert; auf beiden Schauseiten kleine Halbkreisaufsätze in Ziegelmauerwerk, E.16./A.17. Jahrhundert

  • Josef Beranek, Salzwedel – Ein Wegweiser durch die 750 jährige Stadt (1966)
  • Arno Sommerfeld, Hansestadt Salzwedel – Ein Rundgang durch die Geschichte der Stadt (2000)
  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt, 20.12.2007