Jenny-Marx-Haus

Jenny-Marx-Haus (1892), Foto: Johann-Friedrich-Danneil-Museum
Jenny-Marx-Haus (1892), Foto: Johann-Friedrich-Danneil-Museum

Das Jenny-Marx-Haus in Salzwedel ist der Geburtsort von Jenny Marx, der Ehefrau des Philosophen Karl Marx. Sie kam am 12. Februar 1814 als Jenny von Westphalen, Tochter des damaligen Landrats Johann Ludwig von Westfalen, zur Welt und verbrachte ihre ersten zwei Lebensjahre in diesem Haus.

Das klassizistische Gebäude mit seinen zwei Geschossen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der damaligen Bürgermeister Niedt ließ es 1737 im Barockstil errichten. Zuvor standen an seiner Stelle zwei Fachwerkhäuser, die abgerissen wurden. Bemerkenswert ist die abwechslungsreiche Geschichte des Gebäudes. Es diente als Verwaltungsgebäude, Brauerei, Garnisonslazarett und Polizeigefängnis. Der straßenseitige Giebel entstand 1934, da die vorhandenen Räume nicht mehr ausreichend waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Straße vor dem Haus den Namen „Jenny-Marx-Straße“.

Ab 1969 war das Haus das einzige Marx-Museum in der DDR und ist 10 Jahre später umfassend restauriert worden. Im Jahr 1990 erfolgte eine Zusammenlegung des Marx-Museums mit dem nahe gelegenen Danneil-Museum. Heute ist das Gebäude eine Erinnerungsstätte an Jenny Marx und beherbergt seit 2005 die Kreismusikschule. Der hofseitige Anbau aus dem Jahr 2011 wird als Konzertsaal genutzt.

In dem 1984 gestalteten Hofgarten befindet sich eine Bronzeplastik des Magdeburger Bildhauers Heinrich Apel, die an Jenny Marx erinnert. Weiterhin wird die Anlage durch die „Kleine Brunnenfrau” verziert, eine Plastik des Bildhauers Hans Mettel.

Jenny-Marx-Straße 20, Wohnhaus, Jenny-Marx-Haus, Baudenkmal, geschichtlich, kulturell-künstlerisch, städtebaulich, 1737, Umbauten: 19.Jh., 1934, 1968, 1979, 1989/90, 2005

Imposantes zweigeschossiges barockes Stadtpalais mit schönem bauzeitlichen Schmuckportal, vor- und rückseitig breitgelagertem Zwerchhaus mit Frontispiz und parkartigem Garten mit Remise, errichtet 1737 anstelle zweier Fachwerkhäuser durch den Bürgermeister Johann Ludwig von Niedt; der Bau in napoleonischer Zeit als Sitz des Präfekten dienend, so von 1809 bis 1816 als Wohn- und Amtssitz des Johann Ludwig von Westphalen, dessen Tochter Johanna Bertha Julie Jenny von Westphalen, die spätere Ehefrau von Karl Marx, hier am 12. Februar 1814 geboren wird, um 1830 als Brauhaus mit Ausschank genutzt; Revitalisierung als Verwaltungssitz/Landratsamt ab 1851; 1882 bis 1918 Nutzung als Garnisionslazarett; 1934 Ausbau des hohen Mansarddachs und Schaffung der Zwerchhäuser mit Flachgiebel zur Straßen- wie zur Hof- und nördlichen Giebelseite; das Gebäude als Geburtshaus der Jenny von Westphalen von besonderer geschichtlicher Bedeutung; seit 1968 Museum über die Familie Marx; Restaurierungen 1979 und 1989/90;
seit 2005 Musikschule das eingefriedete Grundstück in unmittelbarer Nähe des Marienkirchhofes erstreckt sich bis an den westlichen Stadtmauerzug; das HAUPTHAUS ein zweigeschossiger massiver Putzbau von 7 Achsen Länge mit einachsigen Mittel- und Seitenrisaliten und hohem Mansarddachabschluss, symmetrische Fassadengliederung mit Betonung der mittleren Portalachse, das Gebäude durch den barockisierenden Aufbau fünfachsiger Zwerchhäuser mit Fronzispizen in den 1930er Jahren in seinem Erscheinungsbild monumental gesteigert, in den Hauptetagen der Straßenfront barocke Ohrfaschengewände mit klassischen Kreuzstockfenstereinbauten, das Hauptportal ebenso mit Ohrfaschengewände, welches durch einen Schlussstein und Supraportenaufsatz wirkungsvoll betont wird, die Supraporte als Sprenggiebel mit zentralem Blütenmotiv und seitlichen Volutenschwüngen angelegt; im Inneren das zentrale Treppenhaus mit gerader, zweiläufiger, seitlich-eingespannter Massivtreppe mit Zwischenpodest, hölzernen Trittstufen und schlichtem Schmiedegeländer in klassizistischer Formensprache, der historische ein- und zweiflügelige Füllungstürbestand erhalten, ein Raum, das sog. Westphalenzimmer, der ehem. Ausstellung mit historischem Empire-Interieur der Zeit um 1820 eingerichtet, zur Museumsausstattung gehören zwei Bronzebüsten des Magdeburger Bildhauers Heinrich Apel von 1979, Jenny und Karl Marx; auf der Gartenseite südwestlich an das Vorderhaus eine zweigeschossige REMISE mit Walmdachabschluss anschließend; der gepflegte GARTEN mit gediegener Parterregliederung, hierher der 1931/32 durch den aus Salzwedel stammenden Bildhauer Hans Mettel (1903-1966) geschaffenen Wasserträgerin-Brunnen (Material: Kalkstein) 1996 vom Grundstück Holzmarktstraße 32a translociert, seit 1981 steht im westlichen Teil des Gartens die vollfigurige Bronzeplastik „Jenny“ von Heinrich Apel